2009 trat in Deutschland das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft. Gemäß Artikel 24 der Konvention sollen die Vertragsstaaten sicherstellen, dass Menschen mit Behinderungen „ohne Diskriminierungen und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung (…) und lebenslangem Lernen haben.“

Der DAAD fördert den studentischen und akademischen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland. Er ermöglicht damit Zugänge zu den besten Studien- und Forschungsmöglichkeiten. Gerade Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten sind in besonderem Maße auf hohe Qualifikation angewiesen, um ihre Chancen auf einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Arbeitsplatz zu stärken. Der DAAD unterstützt daher die Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention nach chancengleichen Studienbedingungen und ermutigt Studierende mit Behinderungen und
chronischen Krankheiten, einen Teil ihres Studiums im Ausland zu verbringen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und internationale Kontakte zu knüpfen.

Wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Studienaufenthalt im Ausland ist eine gesicherte Studienfinanzierung, die nicht nur die Ausbildungs- und Lebenshaltungskosten berücksichtigt, sondern auch alle behinderungsbedingt anfallenden Zusatzkosten, z.B. für die medizinische Versorgung, für Pflegeleistungen oder eine erforderliche Studienassistenz, deckt. Bund, Länder und Sozialleistungsträger sollten für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen. Noch sind die sozialrechtlichen Regelungen nicht (ausreichend) an moderne Bildungsverläufe angepasst.

Daher stellt der DAAD für auslandsbedingte und durch eine Behinderung oder chronische Erkrankung begründete Mehrkosten, die durch keinen anderen Kostenträger gedeckt werden können, finanzielle Mittel zur Verfügung. Dies gilt sowohl für die individuelle Personenförderung als auch die vielfältige Projektförderung des DAAD. Der DAAD hat sich in der Vergangenheit aktiv dafür eingesetzt, den Versicherungsschutz für seine Stipendiaten zu verbessern und wird dies auch weiterhin tun.