Sie haben Familie und möchten das Abenteuer Auslandsaufenthalt wagen, fürchten aber die finanzielle Mehr­belastung? Das Auslandsreferat berät Sie nicht nur über Studienangebote oder Praktika im Ausland, sondern steht Ihnen auch beim Thema Finanzierung mit Rat und Tat zur Seite. Auf dieser Seite haben wir erste Informationen für Sie zusammengestellt.

ERASMUS+ Programm (insb. Alleinerziehende)

Die Förderung kann im International Office zusätzlich beantragt werden, wenn die/der Studierende ein Auslandssemester in Europa im Rahmen des ERASMUS+- Programms durchführt. Es sollen die im Ausland entstehenden kinderbezogenen Mehrkosten bezuschusst werden (Kosten, die auch in Deutschland entstehen würden können nicht erstattet werden).

Unabhängig vom Zielland erhalten Geförderte eine zusätzliche Pauschale i.H.v. 200€/Monat jeweils zusätzlich zum monatlichen Erasmus+ Stipendium.

Der ausgefüllte Antrag sollte im International Office eingereicht werden, sobald Sie eine Zusage zur Teilnahme am ERASMUS+ Programm erhalten haben.

Diese zusätzliche Förderung wird als Pauschale gewährt, daher sind neben dem Nachweis, der die Mitnahme des Kindes/der Kinder ins Ausland belegen (z.B. Reiseunterlagen oder Betreuungsnachweise vor Ort) keine Belege über die zusätzlichen Kosten einzureichen.

Die Antragstellung erfolgt über das International Office.

BAföG

Auslands-BAföG wird unabhängig vom Anspruch aufs Inlands-BAföG geprüft. Es wird ggf. auch dann gewährt, wenn kein Anspruch auf Inlands-BAföG besteht, da die Einkommensbemessungsgrenze etwas höher liegt. Beim BAföG wird ein pauschaler Kinderbetreuungszuschlag nach § 14b BAföG gewährt, der Studierenden mit Kind auch beim Auslands-BAföG zusteht. Demnach erhält ein/e Studierende/r mit Kind für das 1. Kind unter 10 Jahren 113€ monatlich (für jedes weitere Kind 85€) Dieser Kinderbetreuungszuschlag wird für denselben Zeitraum nur einem Elternteil gewährt.

Eine Kurzübersicht über das Auslands-BAföG finden Sie unter:
https://www.studentenwerke.de/de/node/1057

Weitere Informationen zum Kinderbetreuungszuschlag:
http://www.bafög.de/de/sebastian-29-student-verheiratet-kind-191.php

Kindergeld

2009 trat in Deutschland das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft. Gemäß Artikel 24 der Konvention sollen die Vertragsstaaten sicherstellen, dass Menschen mit Behinderungen „ohne Diskriminierungen und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung (…) und lebenslangem Lernen haben.“

Der DAAD fördert den studentischen und akademischen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland. Er ermöglicht damit Zugänge zu den besten Studien- und Forschungsmöglichkeiten. Gerade Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten sind in besonderem Maße auf hohe Qualifikation angewiesen, um ihre Chancen auf einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Arbeitsplatz zu stärken. Der DAAD unterstützt daher die Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention nach chancengleichen Studienbedingungen und ermutigt Studierende mit Behinderungen und
chronischen Krankheiten, einen Teil ihres Studiums im Ausland zu verbringen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und internationale Kontakte zu knüpfen.

Wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Studienaufenthalt im Ausland ist eine gesicherte Studienfinanzierung, die nicht nur die Ausbildungs- und Lebenshaltungskosten berücksichtigt, sondern auch alle behinderungsbedingt anfallenden Zusatzkosten, z.B. für die medizinische Versorgung, für Pflegeleistungen oder eine erforderliche Studienassistenz, deckt. Bund, Länder und Sozialleistungsträger sollten für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen. Noch sind die sozialrechtlichen Regelungen nicht (ausreichend) an moderne Bildungsverläufe angepasst.

Daher stellt der DAAD für auslandsbedingte und durch eine Behinderung oder chronische Erkrankung begründete Mehrkosten, die durch keinen anderen Kostenträger gedeckt werden können, finanzielle Mittel zur Verfügung. Dies gilt sowohl für die individuelle Personenförderung als auch die vielfältige Projektförderung des DAAD. Der DAAD hat sich in der Vergangenheit aktiv dafür eingesetzt, den Versicherungsschutz für seine Stipendiaten zu verbessern und wird dies auch weiterhin tun.

1. Personenförderung im DAAD:

Deutsche Stipendiat/innen
Um die Auslandsmobilität von deutschen DAAD-Stipendiat/innen mit Behinderung oder chronischer Krankheit zu erleichtern, übernimmt der DAAD auf Antrag die auslandsbedingte und durch eine Behinderung oder chronische Erkrankung begründete Mehrkosten bis zu einer Obergrenze von i.d.R. 10.000 €. Dies gilt, sofern diese Kosten nicht nach vorhergehender Prüfung von anderen Trägern oder der Krankenversicherung übernommen werden.

Ausländische Stipendiat/innen
Ebenso übernimmt der DAAD bei ausländischen Stipendiat/innen mit Behinderung oder chronischer Krankheit (Studierende, Graduierte, Doktorand/innen) mobilitätsbedingte und durch eine Behinderung oder chronische Erkrankung begründete Mehrkosten für den Aufenthalt in Deutschland, sofern diese nicht nach vorhergehender Prüfung von anderen Trägern übernommen werden oder über die Gruppenversicherung des DAAD nicht oder nicht in voller Höhe übernommen werden können. Der DAAD konnte für ausländische Stipendiat/innen (Studierende, Graduierte, Doktorand/innen) aufgrund seiner Bemühungen im DAAD-Gruppenvertrag einen erweiterten Versicherungsschutz für vorvertragliche Erkrankungen durchsetzen, der nahezu 100% der Vorerkrankungen abdeckt. Aufgrund der komplexen Materie können keine Pauschalregelungen getroffen werden, sondern alle Anfragen zu dieser Thematik bedürfen einer Einzelfallprüfung.

2. Projektförderung im DAAD:

Auch in der Projektförderung des DAAD sollen auf Antrag mobilitätsbedingte Mehrkosten für deutsche und ausländische Studierende, Doktorand/innen oder Wissenschaftler/inn übernommen werden, sofern diese durch Behinderung oder chronische Krankheit bedingt sind und nicht von anderen Trägern übernommen werden können. Die Obergrenze wird i.d.R. bei 10.000 € angesetzt. Es gelten die gleichen Möglichkeiten und Einschränkungen wie in der Personenförderung.

Bei Interesse an einem Auslandsaufenthalt wenden Sie sich bitte an die Erasmuskoordinatorin Ihres Studienstandortes:  Frau Fonseca (Standort Gießen) und Frau Müller-Eibich (Standort Friedberg).