Administration des Entreprises in Montpellier, Frankreich

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 Steckbrief

  • Madeleine Koch
  • BWL
  • 5. Semester
  • Administration des Entreprises an der Université Montpellier 2
  • Montpellier, Frankreich
  • Erasmus-Auslandssemester 2014
  • FB 07 – WIRTSCHAFT – Gießen

 

Vorbereitung

Ich hatte mich schon zu Beginn meines Studiums dazu entschlossen ein Semester in Frankreich zu studieren. Der erste Schritt war die jedes Semester wiederkehrende Informationsveranstaltung meiner Hochschule, auf der die Partneruniversitäten sowie deren Bewerbungsverfahren vorgestellt werden, zu besuchen. Hierbei erhielt ich alle notwendigen Bewerbungsformulare und Informationen für meine Bewerbung in Frankreich.
Nach der Einreichung des Bewerbungsformulars an meiner Hochschule, wurde ich zu einem Gespräch inklusive eines kleinen Tests meiner Französischkenntnissen eingeladen. Anschließend schickte ich ein ausführliches Bewerbungsformular nach Frankreich und mit dem Erhalt des „Letter of Acceptance“ seitens der französischen Universität sowie der Teilnahme an einem Erasmusworkshop konnte mein Abenteuer beginnen.

Wohnen

Ich entschloss mich dazu in einem Studentenwohnheim zu wohnen, da ich mir dachte, dass dies der einfachste Weg sei, neue Kontakte zu knüpfen. Über einen mir zugesandten Link meiner Gasthochschule bewarb ich mich für ein renoviertes 9 m² Zimmer mit Bad. Es waren bereits einige Wohnheime belegt, doch im Wohnheim „Colombière“ wurde ich fündig.
Man sollte sich rechtzeitig um einen Studentenwohnheimplatz kümmern, da diese sehr schnell vergeben sind.

Küche

Das Wohnheimzimmer war zwar klein, doch ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt. Die Gemeinschaftsküche auf dem Flur war ein guter Ort, um mit anderen Studenten in Kontakt zu treten und so wurde ich des Öfteren zum Essen und Kochen eingeladen.

CAF

Des Weiteren kann jeder Student in Frankreich Wohngeld (CAF) beantragen. Hierzu sind ein französisches Bankkonto, eine internationale Geburtsurkunde sowie viel Geduld erforderlich. Das Wohngeld wird direkt von der Miete des Studentenwohnheims abgezogen und die Mühe die ich in den Antrag hineingesteckt habe, hat sich am Ende auch gelohnt.

Mobilität

Die Lage des Wohnheims konnte nicht besser sein: direkt gegenüber war die Straßenbahnhaltestelle, um in die Stadt oder zum Supermarkt zu fahren, eine Bäckerei, ein Kopiergeschäft… sowie – nicht mal 10 Minuten entfernt – die Uni, an der ich studierte.

Studium an der Gasthochschule

IAE UniversitÚ Montpellier 2Ich studierte am IAE (Institut d’Administration des Entreprises) der Université Montpellier 2. Neben Kursen auf Französisch kann man dort auch Kurse auf Englisch belegen. Wenn man möchte kann man auch nur auf Englisch oder nur auf Französisch studieren. Ich besuchte neben zahlreichen englischen Vorlesungen auch Vorlesungen auf Französisch sowie den von der Uni angebotenen Französischkurs.
Jede Vorlesung besteht aus fünf Terminen mit je drei Zeitstunden und anschließend wird die Klausur geschrieben. Die meisten meiner Vorlesungen starteten erst im November oder Dezember, also kurz vor Semesterende. Daher hatte ich im September und Oktober sehr viel Zeit, um herumzureisen und die Gegend um Montpellier zu erkunden. Dafür wurde es Anfang Dezember ziemlich stressig, da ich fast jeden Tag Vorlesungen hatte und alle Klausuren kurz hintereinander schrieb. Zwei Klausuren an einem Tag und Vorlesungen direkt vor oder nach einer Klausur waren keine Seltenheit.
Die Vorlesungen erinnerten an die Schule, da meistens in kleinen Räumen unter Einbeziehung der Studenten unterrichtet wurde.
Gerade in den Vorlesungen auf Englisch traf ich hauptsächlich andere Erasmusstudenten und hatte somit mehr Kontakt zu Studenten aus aller Welt als zu französischen Studenten.

Interkulturelle Erfahrungen

Die ersten Monate meines Auslandssemesters nutzte ich insbesondere, um mir die Städte in der Nähe von Montpellier anzuschauen. Einer der ersten und schönsten Ausflüge war zu dem idyllischen Bergdorf „Saint-Guilhem-le-Désert“. Auch Ausflüge nach Carcassonne, Toulouse, Sète, Avignon und viele mehr standen auf meinem Programm.

Erasmus-Veranstaltungen

Durch die Mitgliedschaft in Exkursion mit Freunden nach Aigues Mortes Camargueder Erasmus-Facebookgruppe wurde ich immer auf dem Laufenden gehalten und zu zahlreichen Veranstaltungen eingeladen. Gerade in den ersten Tagen nach meiner Ankunft nahm ich an fast jeder Erasmus-Veranstaltung teil und lernte viele Studenten aus aller Welt kennen und knüpfte erste Freundschaften. Die Erasmus-Veranstaltungen waren immer sehr gut organisiert: Ob ein Picknick am See, ein Zoo-Besuch, ein Bowling- oder Schlittschuhabend, eine Stadtführung, Ausflüge in andere Städte, eine riesige Kissenschlacht im Stadtzentrum von Montpellier, zahlreiche Partys – es war für jeden etwas dabei.

 

Montpellier

Montpellier ist eine sehr schöneMontpellier Zentrum Place de la ComÚdie PSStadt und in den verwinkelten, engen Gassen entdeckte ich immer wieder etwas Neues. Am „Place de la Comédie“ im Herzen Montpelliers war immer etwas los, besonders am Abend.
Besonders auffällig in Montpellier ist, dass man sich mit drei Küsschen, mit der rechten Wange beginnend, begrüßt. Die Schwierigkeit bestand darin, dass gerade in der Uni viele Studenten aus verschiedenen Städten Frankreichs kommen und je nach Gegend die Anzahl der Küsschen variiert. Anfangs war diese Art der Begrüßung merkwürdig, doch ich habe mich schnell daran gewöhnt.

 

Sprache

Um sich im Alltag zurechtzufinden, muss man zumindest ein wenig Französisch können. Um zum Beispiel einzukaufen oder das für das Wohngeld benötigte Bankkonto zu eröffnen sowie die Wohnheimversicherung abzuschließen, ist ein Grundwortschatz wichtig.

Fazit

Als Fazit kann ich nur sagen, dass es die richtige Entscheidung war mein Auslandssemester in Montpellier zu verbringen. Ich habe zahlreiche Freundschaften geknüpft und habe sehr viel erlebt. Ich hatte eine richtig schöne Zeit, habe viel gelernt und insbesondere mein in der Schule erlerntes Französisch angewendet und verbessert.
Eine meiner schönsten Erfahrungen war der Besuch des berühmten und beeindruckenden Lichterfests Anfang Dezember in Lyon.