Praktikum bei TÜV Rheinland Japan Ltd. in Tokyo, JapanGrüße aus Kamakura

 

 

Steckbrief

  • Izabella Anna Zahradnik
  • Medizinische Technik
  • 7. Semester
  • Selbstorganisiertes Praktikum
  • Yokohama und Tokyo, Japan
  • PROMOS-Stipendium 2014
  • FB 04 – LSE – Gießen

Vorbereitung

Der Gedanke nach Japan zu gehen, entstand im Sommer 2012.
Die Vorbereitung begann dann auch bald, das heißt ungefähr 2 Jahre bevor ich in den Flieger nach Tokyo stieg. Nach grobem Planen und privater Recherche zu Hause war der erste Schritt in „Richtung Japan“ ein persönliches Gespräch mit der Leiterin des International Office, Frau Wehmer. Mit ihr habe ich meinen Auslandsaufenthaltsplan analysiert, d.h. den Zeitraum des Aufenthaltes, ob es ein Auslandssemester oder Praktikum werden sollte, die Anerkennung für das Studium, mögliche Stipendien und Finanzierung, Interkulturelles Training, Kontakt zu Japanern in Deutschland, Tandempartner, Sprachkenntnisse, Unterkunft und Transport in Japan etc..

Japanisch in Gießen

Daraufhin habe ich mich für einen Japanisch-Sprachkurs an der JLU in Gießen eingeschrieben und somit die Grundkenntnisse der japanischen Sprache erlernt und was noch wichtiger ist, die japanische Community in Gießen und Umgebung kennengelernt.
In der Zeit habe ich eine japanische Tandempartnerin kennengelernt, die mittlerweile eine sehr gute Freundin von mir ist. Bei einem privat organisierten Auslandsaufenthalt, wie mein Aufenthalt war, ist eine Unterstützung durch eine japanisch sprachige Person sehr wichtig und hat erst einiges möglich gemacht.

Wohnen

Mit Hilfe meines Tandems habe ich mich bereits in Deutschland für ein Zimmer in der Nähe meines Praktikumsbetriebs beworben. Ich bekam ein Zimmer in einem „shared house“, das ich mir mit einem sehr freundlichen Japaner namens Hiro teilen durfte.
Das Zimmer, mit ca. 12 m2 in der Großstadt Yokohama sehr groß für japanische Verhältnisse, war durch die frühe Reservierung preiswert. Eine sehr gute Bus- und Bahnanbindung, Auto, Fahrrad, TV, PC und Drucker, Smart Toilette, Klimaanlage, Waschmaschine, Internetflat und ein meistens voller Kühlschrank sind keine Standards in Japan. Allerdings hatte ich bei meiner Suche ziemlich viel Glück gehabt und natürlich nicht zu vergessen die japanisch sprachige Unterstützung, die einiges für mich aushandeln konnte.
Zwar sprach mein Mitbewohner nur sehr wenig Englisch, jedoch hat sich dies als tolle Möglichkeit für mich herausgestellt, meine Japanisch-Grundkenntnisse zu verbessern – und das jeden Tag.

Fachliche Erfahrung

Praktikum TÜV

Das Praktikum bei TÜV Rheinland Japan Ltd., einem Deutsch-Japanisches Unternehmen, habe ich sehr genossen.
Zwar waren die Arbeitsstandards nicht immer gleich den deutschen (sehr kleine Arbeitsräume, manchmal sogar ohne Fenster) und die Arbeit sehr anstrengend und lange (Lieblingswort der Japaner lautet: gambate = arbeite hart), allerdings hat mir die internationale Atmosphäre sehr zugesagt. Ich konnte während meiner Zeit beim TÜV eine Menge für das Arbeitsleben nach dem Studium lernen und herausfinden welche Chancen ich mit meinen Kenntnissen im Ausland habe.

 

 

Interkulturelle ErfahrungenShibuya Tokyo mit Freunden im Kimono

 

Neben der Arbeit hatte ich ebenfalls viel Spaß beim TÜV Rheinland. Dank firmeninterner Veranstaltungen wie der Sommerfeier, Meet and Greet, Weihnachtsfeiern oder Glühweintrinken auf dem „Deutschen Weihnachtsmarkt“ in Yokohama, hatte ich sehr oft die Möglichkeit viele Arbeitskollegen kennenzulernen und mich mit Ihnen über die interkulturellen Unterschiede zu unterhalten oder sogar manchmal Witze zu machen.

 

Freizeit

20140830 150947Da es sich bei meinem Auslandsaufenthalt um ein Praktikum für das Studium handelte, ich also einen Arbeitsvertrag mit 40 Stunden in der Woche hatte, bleib neben einem zusätzlichen Japanisch-Sprachkurs unter der Woche wenig Freizeit (gambate gambate).
Dafür hatte ich die Wochenenden frei und konnte tun und machen, was ich wollte, weil ich selbstverständlich keine Paper abzugeben hatte bzw. für Klausuren lernen musste. Das heißt, am Wochenende gab es immer was zu tun. Allein Tokyo zu erkunden, hat einige Wochenenden in Anspruch genommen.
Sightseeing, Karaoke, Sushi essen und Reisen durch ganz Ost-Asien mit anderen Praktikanten oder japanischen Freunden waren einfach ein Traum.

Fazit

Zusammenfassend kann ich jedem, der etwas Neues im Leben sehen und erleben möchte, einen Auslandsaufenthalt in Japan sehr empfehlen. Ich persönlich finde, dass Japan fast eine Art Paralleluniversum für uns Europäer ist. Es ist ebenfalls eine tolle Möglichkeit sich selbst kennenzulernen und zu erkennen wie klein die Welt doch ist!