Praktikum bei Audi Volkswagen Middle East in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate.

auf der Rennstrecke

 

Steckbrief

  • An-Ha Do
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • 8. Semester
  • Auslandspraktikum
  • bei Audi Volkswagen Middle East
  • Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
  • PROMOS-Stipendium 2015
  • FB 14 – WI – Friedberg

Warum hier?

Auf der einen Seite: Audi Volkswagen.
Europas größter Automobilhersteller. Traum aller Ingenieure. Platz 1 der Top-Arbeitgeber. Eine riesengroße Produktpalette. Vom VW Otto-Normalverbraucher-Auto über die Premiummarke Audi bis hin zu den Luxus-Sportkarossen von Lamborghini. Alles dabei.
Auf der anderen Seite: Dubai.
Allein der Name dieses Emirats lässt Herzen höher schlagen. Das Zusammentreffen von architektonischer Höchstleistung und Strand, Palmen, Meer. Internationales Multi-Kulti vom Feinsten. Weißgekleidete Scheiche düsen im Luxusschlitten zu den größten Einkaufsmalls der Welt.

Wie auch nicht?

#Highlife und #DubaiLifestyle prägen meine Dubai-Zeit.
Wer hätte zu dem Angebot eines sechs-monatigen Aufenthaltes im spannenden, schnell wachsenden, sich stetig verändernden und vor allem sonnigen Dubai „Nein“ sagen können. Richtig, ich jedenfalls nicht.

Bewerbung

Man muss schon eine große Portion Glück haben, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und Leute kennen, die einen immer weiter vorantreiben.
Bevor ich nach Dubai ging, war ich in Wolfsburg bei VW und habe dort mein Praxissemester absolviert. Ein Kollege machte mich dann auf eine Stellenausschreibung aufmerksam, die von AVME im internen VW Praktikantenordner veröffentlicht wurde. Da ich schon immer zu einem großen Unternehmen ins Ausland wollte und der besagte Kollege schon anfing seinen Dubai-Urlaub zu planen, habe ich mich auf diese Stelle beworben.
Einige Tage später kam die Einladung zu einem Skype-Interview mit zwei Kollegen aus Dubai und nicht mal eine Woche später die unglaubliche Zusage.

Wohnen

AVME stellt seinen Praktikanten eine Unterkunft zur Verfügung. Ich habe mir mit zwei weiteren Audi-Praktikantinnen eine Wohnung in dem Stadtteil Deira geteilt.
Die Wohnung befand sich etwa 15 Minuten Autofahrt von der Arbeitsstelle entfernt. Das Büro von AVME befindet sich in der Dubai Airport Freezone, direkt am Dubaier Flughafen.

Mobilität

Für den Weg zur Arbeit, aber auch für die Freizeit, stellt AVME jeder WG mindestens ein Auto zur Verfügung, nur der Sprit muss selbst getragen werden. Bei nur 50 Cent pro Liter Benzin war das aber ein marginales Übel.

Fachliche Erfahrungen

Ich war zunächst in der Abteilung Group After Sales im Trainingscenter als Praktikantin eingestellt.
Mein Chef war der Trainingsmanager Henrik Westerberg aus Dänemark. Das gesamte Team bestand weiterhin aus einer Trainingskoordinatorin, drei technischen und zwei nicht-technischen Trainern. Es war ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus Italien, Libanon, Indien, Schweiz, Südafrika und Deutschland. Die Atmosphäre war sehr familiär und die gemeinsamen Mittagspausen sind unvergessen.

Trainingcenter

Mein Team

Die Aufgabe des Trainingcenters ist die Schulung der Service-Mitarbeiter unserer Händler in den Golfstaaten (VAE, Libanon, Oman, Qatar, Kuwait, etc.). Es gibt technisches Training (alles was mit der Technik der aktuellen Audi und VW Modelle zu tun hat) und nicht-technisches Training (z.B. über die Geschichte von Audi und VW, damit sich die Mitarbeiter stärker mit der Marke identifizieren können).
Meine Hauptaufgabe war die Organisation des o.g. Trainings. Von Flug-, Hotel- und Visa-Angelegenheiten für die Teilnehmer, über das Catering bis hin zur Materialversorgung.

 

Personal Assistance

Nach drei Monaten im Trainingcenter bat mich der Group After Sales Direktor Roland Utech, als Ersatz für seine schwangere Personal Assistance einzuspringen. Natürlich sagte ich zu, da ich nun die Gelegenheit hatte, noch enger mit dem After Sales Direktor zusammen zu arbeiten und vieles lernen konnte. Mein Praktikum verlängerte sich dadurch um einen Monat, so dass ich insgesamt sieben Monate bei AVME in Dubai verbracht habe.
Auch hier waren meine Aufgaben recht simpel, es ging um die Verwaltung der Termine und Besprechungen des Direktors (terminlich und inhaltlich). Außerdem organisierte ich die Geschäftsreisen unserer Mitarbeiter oder bereitete Präsentationen auf.

Zukunft

Insgesamt war die Zeit unglaublich lehrreich, auch wenn ich nun weiß, dass ich später nicht in den Bereichen Vertrieb, Marketing oder After Sales arbeiten möchte, sondern stärker an Produktion und Forschung beteiligt sein will. Ich habe viele neue Leute kennen gelernt und die VW Group noch einmal intensiver erleben können.
Interkulturelle Erfahrungen
Bevor ich nach Dubai kam, wurde ich von allen Seiten eindringlich gewarnt. Sei es der Reiseführer, das Internet oder von Familie und Freunden: Die arabischen Staaten stehen für Konservatismus und strenge Regeln besonders für Frauen.
In Dubai angekommen kam alles ganz anders. Dubai ist unglaublich weltoffen und tolerant – dank seiner Internationalität. Nur etwa 10 % der Einwohner sind Einheimische, der Rest sind Zugewanderte aus den unterschiedlichsten Nationen.

Mein Dubai

Man kann sich Dubai so vorstellenPanorama Blick auf Dubai DOwntown: 360 Tage im Jahr scheint die Sonne, Einkaufsmalls sind jeden Tag bis mindestens 24 Uhr geöffnet. Dubai lebt von seinen Dienstleistungen. Jeder liefert kostenfrei und es gibt keinen Ruhetag. Zum Feiern stehen unzählige Clubs, Bars und Lounges in den feinsten Hotels zur Auswahl. Der Sommer ist unglaublich heiß, die Spitzenwerte betragen um die 48 Grad. Das Meerwasser ist in dieser Zeit unerträglich und man befindet sich lieber im Haus als irgendwo außerhalb.
Das Leben in Dubai ist aber sehr teuer. Alkohol kann nicht im Supermarkt gekauft werden, genauso wenig wie Schweinefleisch (es gibt wenige Ausnahmen). Die Clubs verlangen für ein Bier umgerechnet etwa 10 €, für einen Vodka Shot etwa 17 €. Geiz und eine „Sparen“-Einstellung kann man in Dubai vergessen, nach einem Monat passt man sich automatisch dem „Dubai-Lifestyle“ an und freut sich, wenn man für einen Teller Pasta mit unter 20 € davon kommt.

Finanzierung

AVME zahlte glücklicherweise ein kleines Gehalt, außerdem wurden Wohnung und Auto gestellt. Des Weiteren konnte ich noch auf meine kleinen Ersparnisse und die finanzielle Unterstützung meiner Eltern zurückgreifen. Außerdem hatte ich das Glück und bekam für die insgesamt 7 Monate im Ausland die finanzielle Unterstützung des PROMOS Mobilitätsstipdendiums.

Tipps

Leider ist es wirklich schwierig an ein Auslandspraktikum bei großen, internationalen Unternehmen zu kommen. Glücklicherweise war ich davor als Praktikantin bei Volkswagen und konnte daher auf intern ausgeschriebene Praktika-Angebote zugreifen. Nur so konnte ich die Stellenausschreibung finden und mich bewerben.
Doch auch ohne diese Voraussetzung kann es klappen, man sollte sich nur nicht von den ganzen Absagen deprimieren lassen. Auch schlechte Englisch-Kenntnisse sind kein allzu großes Problem. Denn: Sobald man erst mal im Ausland ist, ist man gezwungen Englisch zu reden und dann geht das sprachliche Einleben recht schnell.

Fazit

Die Zeit in Dubai war unglaublich. Ich habe meine Entscheidung nicht eine Sekunde bereut. Noch kurz vor dem Abflug war ich mir unsicher, ob ich jetzt lieber bei Volkswagen meine Abschlussarbeit schreiben sollte, um das Studium endlich abzuschließen, oder ob ich dieses Auslandspraktikum antreten sollte (und danach dann erneut auf Thesis-Suche gehen muss).
Die Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, das soziale Umfeld, die Firma, das Land, die neue Kultur – all die Erfahrungen, die ich gesammelt habe, werden mir definitiv im Leben weiterhelfen. Ich weiß jetzt, dass man sich manchmal einfach ins Abenteuer stürzen und alle Zweifel ignorieren muss – und tatsächlich kommt alles dann noch besser als erwartet.