Damit die Schulen beim Erstellen von Gutachten nach vergleichbaren Maßstäben vorgehen, sollen folgende Grundsätze bei der Erstellung beachtet werden:

  1. Ob die Schule, an der die Hochschulzugangsberechtigung erworben wurde, sich zum Antrag auf Nachteilsausgleich äußert und somit ein Schulgutachten erstellt, entscheidet der/die Schulleiter/in nach pflichtgemäßen Ermessen. Die Schule kann die Erstellung eines Gutachtens ablehnen. Insbesondere wird sie es dann verweigern, wenn die Erstellung des Gutachtens wegen fehlender Kenntnisse über den/die Bewerber/in nicht möglich ist (z. B. zu kurzer Schulbesuch).
  2. Das Schulgutachten muss von der/dem Schulleiter/in unterzeichnet werden und soll folgende Angaben enthalten:
  • eine kurze Beschreibung der Schullaufbahn;
  • die Art und die Dauer der nicht selbst zu vertretenden Umstände der Leistungsbeeinträchtigungen; dabei muss sich die Schule auf nachgewiesene Tatsachen beschränken;
  • Angaben zu den erkennbar und glaubhaft gemachten Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung in einzelnen Unterrichtsfächern nach dem Urteil der jeweiligen Fachlehrer;
  • eine Klausel, wonach das Gutachten nur für die Vorlage bei der Hochschule bestimmt ist und nur für diesen Zweck verwendet werden darf.

Auf ein Schulgutachten kann nur verzichtet werden, wenn die Schule kein Gutachten erstellen kann. Dies ist z. B. der Fall, wenn Sie die Schule nur sehr kurze Zeit besucht haben. Dann kommt auch ein Gutachten eines pädagogisch-psychologisch ausgebildeten Sachverständigen in Betracht.