Bei der Vergabe der Studienplätze ist die Durchschnittsnote ein wesentliches Auswahlkriterium. Daher können Leistungsbeeinträchtigungen während des Erwerbs der Studienberechtigung (z.B. Abitur) ausgeglichen werden, die einen/eine Bewerber/in daran gehindert haben, eine bessere Durchschnittsnote zu erreichen. Weist ein/eine Bewerber/in derartige Umstände und ihre Auswirkungen nach, wird er/sie mit einer verbesserten Durchschnittsnote am Vergabeverfahren beteiligt.

Beispiel: Herr C bewirbt sich zum Wintersemester 2012/2013 für das NC-Fach Betriebswirtschaft (B.A.). Die Studienplätze werden zu 80 % nach dem Grad der Qualifikation vergeben. Die Durchschnittsnote von Herrn C im Abitur 2010 beträgt 2,3. Er weist jedoch nach, dass er im ersten Halbjahr 2009 einen schweren Verkehrsunfall mit monatelangem Krankenhausaufenthalt erlitten hat. Aus den Zeugnissen vor dem Unfall (Durchschnittsnote, 2,0) ist ersichtlich, dass Herr C ohne den folgeschweren Unglücksfall wahrscheinlich eine Durchschnittsnote von 2,0 erreicht hätte. Die Auswirkungen der unfallbedingten Beeinträchtigung äußern sich also in einer Verschlechterung der Durchschnittsnote im Abitur von 0,3. Herr C wird deshalb mit der Durchschnittsnote von 2,0 an der Auswahl beteiligt. Falls im Studiengang Betriebswirtschaft (B.A.) die Auswahlgrenze bei 2,1 liegt, kann Herrn C ein Studienplatz zugewiesen werden. Bildet sich die Auswahlgrenze aber bei 1,9 muss Herr C trotz verbesserter Durchschnittsnote abgelehnt werden.

Aus dem Beispiel können Sie entnehmen, dass der Nachweis des Grundes (hier: monatelanger Krankenhausaufenthalt) für die Begründung des Antrages alleine nicht ausreicht.

Vielmehr muss zusätzlich nachgewiesen werden, wie sich der Grund auf die Durchschnittsnote ausgewirkt hat.

Die Auswirkungen können Sie, wie in dem aufgeführten Beispiel, durch weitere Schulzeugnisse nachweisen. Es muss aber aus ihnen hervorgehen, dass Sie vor dem Eintritt des belastenden Umstandes bessere und danach schlechtere Noten erzielt haben. Gehen die Auswirkungen aus den Zeugnissen nicht unmittelbar hervor, muss als weiterer Nachweis ein Gutachten der Schule (nicht einzelner Lehrer) beigebracht werden.

Fordern Sie das Gutachten so frühzeitig wie möglich an, damit Ihre Schule es noch vor dem Bewerbungsschluss erstellen kann. Welchen Inhalt das Schulgutachten haben muss und welche Anforderungen an das Gutachten gestellt werden, bestimmen besondere Grundsätze. Sie müssen Ihrem Antrag zusätzlich alle Unterlagen beifügen, auf die sich das Schulgutachten stützt, z. B. Zeugnisse und fachärztliche Gutachten.

Wenn Sie sich auf einen oder mehrere der folgenden Gründe berufen wollen, müssen Sie auf dem Formular "Sonderanträge" im Abschnitt B das entsprechende Kästchen ankreuzen.