FH Basketballer bei den Friendship Games in Israel.
Wie kleine Superstars, so durften sich die Basketballer der Fachhochschule Gießen Friedberg eine Woche lang bei den dritten Friendship Games in Tel Aviv fühlen. Bereits bei ihrer Ankunft um 5 Uhr morgens am Flughafen Ben Gurion wurde „Team Germany“ von einem Kamerateam empfangen und erste kleinere Interviews warteten auf die Spieler. Fast über die gesamte Zeit wurden die FH Studenten vom Fernsehteam begleitet, egal ob bei den Spielen, den Ausflügen oder beim Abendessen.
Die Friendship Games wurden dieses Jahr zum dritten Mal ausgetragen und verzeichneten mit insgesamt 27 Mannschaften aus 17 Ländern einen neuen Teilnehmerrekord. Neben hochklassigem Basketball bot das Turnier den Studenten jedoch noch weitaus mehr.
Nach der großen Eröffnungsfeier im wunderschönen Old Jaffa, standen allabendliche Shows auf dem Programm, sowie die beeindruckenden Ausflüge nach Jerusalem und an das Tote Meer (zu den Bildern).
Sportlich gesehen starteten Hillgärtner & Co gegen Palästina nach Maß. Ein deutliches 92:29 leuchtete am Ende der Spielzeit von der Anzeigetafel. Allerdings musste die Auswahl von Palästina auch auf einige Spieler verzichten, denen die Einreise nicht gewährt wurde. Ein Umstand, den die Organisatoren sehr bedauerten „Wir haben alles versucht, aber leider waren uns in diesem Fall die Hände gebunden“, so Dr. Barak, Chairman der Friendship Games.
Im zweiten Spiel wartete Gastgeber Israel, die sich in ihrem ersten Spiel gegen die Türkei durchsetzen konnten. Da sich lediglich der Gruppenerste für das Halbfinale qualifizierte, konnte in diesem Spiel bereits eine Vorentscheidung fallen.
Beeindruckt von der harten Gangart fanden die FH Studenten nur schwer in die Partie. Die eingespielten Israelis erspielten sich schnell eine kleine Führung, die sie zwischenzeitlich auf 13 Punkte ausbauten. Zwei Minuten vor dem Schlusspfiff schmolz der Rückstand noch einmal auf vier Punkte, jedoch verhinderten einige unnötige Fehler einen möglichen Sieg und man musste sich mit 31:41 geschlagen geben.
Für das letzte Gruppenspiel gegen die zweite Vertretung der Türkei, begaben sich die Teams auf eine zweistündige Busfahrt in den Norden des Landes, wo sie in der arabischen Stadt Arabe herzlichst begrüßt wurden.
Nach einer einstündigen Diskussionsrunde mit einheimischen Schülerinnen ging es für die Fachhochschüler in die hiesige Sporthalle, wo bereits etliche Zuschauer Platz genommen hatten. Vor den Augen von Ed Peskowitz, Mitbegründer der Friendship Games und Eigentümer der Atlanta Hawks lieferten sich die Spieler um einen gut aufgelegten Johannes Karsten ein ausgeglichenes Duell mit der Türkei. In den Schluss-sekunden hatten die Gießen-Friedberger die Möglichkeit das Spiel zu gewinnen, mussten sich aber erneut unglücklich mit 50:53 geschlagen geben. „Natürlich hätten wir gern gewonnen, aber uns war heute wichtiger, dass jeder Spieler gleichviel Einsatzzeit bekommt und jeder das letzte Spiel bei den Friendship Games noch einmal genießen kann“, so Betreuer Matthias Rohowski.
Insgesamt zeigten sich die FH Basketballer doch ein wenig enttäuscht nach den beiden Niederlangen, war doch im wichtigen Spiel gegen Israel deutlich mehr möglich. Die Israelis hingegen schlugen im Halbfinale die A2 Nationalmannschaft der Türkei und mussten sich erst im Finale der sehr starken Vertretung aus Litauen mit 57:70 beugen.
„Wir hätten schon gern das Finale erreicht“, so FH Center Felix Rotaru im Anschluss an das Turnier „aber im Endeffekt sind es die beeindruckenden Momente in Jerusalem, oder das Gemeinschaftsgefühl mit den anderen Nationen, die uns in Erinnerung bleiben werden.“
Dank einer perfekt organisierten Veranstaltung hatten alle Teilnehmer das Glück, Israel hautnah erleben zu dürfen. Insgesamt wurde in zwanzig verschiedenen Städten des Landes gespielt. Darüber hinaus bot man den Athleten die Möglichkeit Jerusalem zu besichtigen. Vom Ölberg aus hatte man einen einzigartingen Blick auf die heilige Stadt und den beeindruckenden Felsendom (goldene Kuppel) und die Al Aksa Moschee.
Nach dem Besuch der Klagemauer ging es für alle Teilnehmer auf den Tempelberg und zu den heiligen Stätten der Moslems, der Al Aksa Moschee und dem Felsendom.
Durch das arabische Viertel verließen die Studenten den Tempelberg, um auf der Via Dolorosa in Richtung Grabeskirche zu gelangen.
Direkt nach der Stadtbesichtigung ging es dann durch die Wüste ans nahe gelegene Tote Meer, dem tiefsten Punkt der Erde. Beim Verlassen des Busses merkte man deutlich, dass es ein wenig wärmer war als in Tel Aviv oder Jerusalem. Knapp 43 C zeigte das Thermometer an, im Schatten.
Einmal im Toten Meer, war die Hitze jedoch überhaupt kein Thema mehr. Schnell brachen alle in Gelächter aus, als wir uns ins Wasser „legten“. Wie sehr man sich auch anstrengte, unterzugehen war unmöglich und auch nicht ratsam. Denn gelangt auch nur ein Tropfen Salzwasser ins Auge, darf man sich auf brennende Schmerzen freuen.
Einige hatten jedoch am nächsten Tag trotzdem Schmerzen zu beklagen, allen voran Betreuer Matthias Rohowski. Ihm gelang es eindrucksvoll mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufzuräumen. Am Toten Meer ist es sehr wohl möglich einen Sonnenbrand zu bekommen. Vielfach wird behauptet, dass dies aufgrund geographischer und physikalischer Gegebenheiten am Toten Meer nicht möglich sei.
Abgesehen von den einmaligen Erlebnissen in Jerusalem und am Toten Meer hatten die FH Studenten jedoch auch noch einen sportlichen Erfolg zu verzeichnen. Nachdem die Mannschaft ausgeschieden war, organisierte man ein Fußballspiel gegen das Team aus Angola, die vorab bei einem gemeinsamen Spiel bereits ihre Ballkünste demonstrierten. Taktisch klug aufgestellt ließen die Spieler um Timo Röddiger in der Verteidigung (Per Mertesacker) und Felix Rotaru (Luca Toni) im Angriff den Ballzauberern aus Afrika nicht den Hauch einer Chance. Bereits nach 25 Minuten führte man mit 3:0 und gewann schlussendlich verdient mit 5:1!
Mit diesem Sieg verabschiedeten sich die Fachhochschüler somit standesgemäß von den Friendship Games 2008.
Nicht nur Chairman Dr. Barak und Ed Peskowitz würden sich freuen, die Studenten der Fachhochschule Gießen-Friedberg auch im nächsten Jahr in Tel Aviv begrüßen zu dürfen. Auch Dr. Dr. Kindermann, Deutscher Botschafter in Tel Aviv, hat die mittelhessischen Basketballer bereits für nächstes Jahr zu einer Grillparty eingeladen.
Spielplan Gruppenphase:
31.05. Palästina – Deutschland 29:92 14:00 Uhr
02.06. Israel – Deutschland 41:31 09:00 Uhr
03.06. Deutschland – Türkei 50:53 13:00 Uhr