Digitalisierungsvergleich Deutschland-Japan (DigiJaDe)


Eine Kooperation zur Transformation – Synergien für einen starken Mittelstand

Auf den ersten Blick verbindet die Volkswirtschaften Deutschland und Japan nicht viel, dafür auf den zweiten umso mehr. Neben einem ähnlichen Status quo der Länder hinsichtlich des Anteils an KMU in den Ländern sowie einer Beschäftigungsrate von rund 25% im produzierenden Gewerbe, blicken beide Nationen auf ähnliche Herausforderungen für die kommenden Jahre und Jahrzehnte hin. Mit der demographischen Entwicklung und dem Rückgang der Produktivkräfte wird eine Verschiebung der Qualifikationsbedarfe verzeichnet.

Als Folge der Wirkung dieser und weiterer Faktoren halten zunehmend neue Geschäftsmodelle auch im Mittelstand des produzierenden Gewerbes Einzug. Um diesen Herausforderungen und sich daraus entwickelnden Anforderungen in adäquatem Maße entgegenzutreten, setzt die Forschungsgruppe DigiJaDe zur Thematik auf das bewährte Team des bereits im Mai 2021 abgeschlossenen Projekts DIGIMARI aus Mitarbeitern der THM Business School in Kooperation mit der Ritsumeikan Asia Pacific University sowie dem Research Institute of Economy, Trade and Industry (RIETI) aus Japan. Das Forschungsteam erhebt in einer gemeinsamen empirischen Befragung den aktuellen Stand der digitalen Transformation bei KMU im produzierenden Gewerbe.

In enger Abstimmung der Kooperationspartner wurde bereits zum Ende der Sommermonate 2022 ein identischer Fragenkatalog in deutscher sowie japanischer/englischer Sprache erarbeitet, welcher im Herbst 2022 zeitgleich in Deutschland und Japan zum Einsatz kommen wird. Die quantitative Erhebung baut auf bereits in Deutschland sowie Japan durchgeführten früheren Erhebungen auf. Weitere Grundbausteine sind bereits etablierte Reifegradmodelle, Standards/Normungen sowie verschiedene Strategie- und Ergebnispapiere. Es wird erwartet, dass die Ergebnisse unterschiedliche Fortschritte in den Bereichen Planung und Steuerung durch intelligente Produktionssysteme, Geschäftsmodellaspekte, Strategische und organisatorische Einbettung von Industrie 4.0 sowie Intelligente Anlagen und Produkte aufweisen werden. Die Begründung dieser Vermutung liegt in der Differenzierung der Industrie 4.0-Modelle. Während die Gemeinsamkeiten der Strategien bspw. bei Themen wie Cyber Physical Systems (CPS), Internet of Things (IoT) und Cyber Security liegen, setzt die deutsche Strategie einen größeren Schwerpunkt auf Data Analytics als die japanische Strategie „Society 5.0“. Society 5.0 rückt künstliche Intelligenz (AI) und Smart Services in den Vordergrund. Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung werden sich „best-practices“ in den Ergebnissen zeigen, welche einen Teil zur Erreichung des Projektziels beitragen werden.

Wir versprechen uns interessante Erkenntnisse aus dem Vergleich und wollen sie nutzen, um global anwendbare Standards für die digitale Transformation von KMU im produzierenden Gewerbe entwickeln zu können. Erste Ergebnisse aus der Untersuchung erwarten wir im Frühjahr 2023. Wir freuen uns, sie in einem gemeinsamen Symposium mit den japanischen Kollegen vorzustellen und zu diskutieren. Danach werden die Ergebnisse in einschlägigen Fachmedien zur Publikation vorgeschlagen.

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