Bild: Tim Weinel (Fotograf: Henrik Isenberg)

Ein Impact Startup aus der Region stellt sich vor… espero

Sustainable Fashion und Spenden gehen Seite an Seite

Im Gespräch mit Tim Weinel - Gründer von espero

Tim Weinel der Gründer und CEO von espero stellt sein Unternehmen vor und geht vor allem darauf ein, wie Mode und Artenschutz zusammen Veränderungen schaffen können.

Was oder wer ist espero?

Weinel: espero ist ein nachhaltiges, faires und veganes Modelabel. Das Besondere an espero ist, dass wir von jedem einzelnen Kleidungsstück 25% des Erlöses an Projekte zum Schutz bedrohter Tierarten spenden und das transparent: Unter jedem Teil im Online-Store erkennt man genau, an welches Projekt der jeweilige Anteil geht und welche Tierarten damit geschützt werden. Nach jeder Spendenrunde führen wir dann Interviews mit den Projekten, damit die Kundinnen und Kunden erfahren, wo die Unterstützungen eingesetzt werden. Im Schnitt sind das 7 Euro je Bestellung. Der Rest dient zur Deckung unserer Kosten.

Wieso überhaupt ein Unternehmen in der Fashionbranche?

Weinel: Weil Mode etwas ist, wodurch wir unsere Einstellungen und Werte nach außen transportieren können. Mode zeigt, wer wir sind und für was wir stehen. Außerdem haben wir durch die Wahl fair und nachhaltig hergestellter Rohwaren gleichzeitig noch die Möglichkeit, etwas für die Menschen und die Umwelt zu tun. Wir möchten eine alternative zu klassischer Streetwear darstellen.

Wie kamen Sie auf die Idee Fashion mit Spenden zu verbinden?

Weinel: Ursprünglich wollte ich ein eigenes Spendenprojekt für bedrohte Arten ins Leben rufen. Als ich dann jedoch gemerkt habe, dass es schon viele tolle Projekte gibt, von denen aber leider viel zu viele unter dem Radar der „Großen“ fliegen, wollte ich etwas machen, um genau diese Projekte zu unterstützen, die ja bereits gute Arbeit leisten. Getreu dem Motto „dein Einkaufszettel ist dein Stimmzettel“ habe ich dann die Idee verfolgt, diese Projekte mit etwas zu unterstützen, was ohnehin jeder von uns braucht: Mode. So kann man die Projekte ganz nebenbei unterstützen und erhält quasi on top noch ein Outfit dazu.

Warum espero?

Weinel: espero kommt aus der Weltsprache Esperanto und steht für Hoffnung. Das ist es, was wir mit dem Label nach außen tragen möchten: Die Hoffnung, dass es noch nicht zu spät ist, etwas gegen das Artensterben zu tun.

Wie wählen Sie die Lieferanten und Versandpartner aus?

Weinel: Uns ist wichtig, dass die komplette Lieferkette fair und nachhaltig arbeitet. Dazu wählen wir nur Partner aus, die diese Kriterien erfüllen. Das beginnt bereits mit dem Einkauf der Rohwaren für die Textilien, die bereits fair und nachhaltig zertifiziert ist.

Wie wählen Sie die Organisationen aus, wohin die Spenden hingehen?

Weinel: Wir sprechen mit allen Projekten persönlich und stellen auch kritische Fragen. Nur so können wir sicherstellen, dass wir eine vertrauensvolle Basis für eine gemeinsame Zusammenarbeit schaffen. Es ist uns wichtig, dass die Unterstützungen nicht durch zu viele Strukturen fließen, bis sie dort ankommen, wo sie gebraucht werden. So möchten wir sichergehen, dass das Geld nicht im Verwaltungsapparat „versickert“. Die Tiere, um die sich die Schutzprojekte kümmern, sollen ein Leben in Freiheit verbringen. Ist allerdings etwa eine Auswilderung nicht mehr möglich, dann sollten sie dennoch möglichst natürlich leben können. Die Projekte, die wir durch den Verkauf der Kleidung unterstützen, sollten eine klare Strategie verfolgen, um das Leben der Tiere auch dauerhaft zu verbessern. Nur solche Projekte möchten wir mit espero aktiv unterstützen.

Was wird mit den Spenden gemacht?

Weinel: Das ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Zu den bisher mitfinanzierten Erfolgen zählen unter anderem das Errichten von Schutzgebieten für Nashörner, die Finanzierung von Rangern auf Sumatra und in Virunga, sowie Medikamente, Futter und Versorgung für z.B. Löwen, Elefanten oder verletzte Tiere nach Angriffen von Wilderern.

Wie können die KundenInnen die Spenden verfolgen?

Weinel: In regelmäßigen Abständen führen wir Interviews mit allen unterstützten Projekten und veröffentlichen diese dann auf unserer Homepage und im Newsletter. So wissen unsere Kundinnen und Kunden genau, was mit den Spenden finanziert wird.

Wie viele Projekte unterstützen Sie aktuell?

Weinel: Derzeit unterstützen wir insgesamt 8 Projekte, davon haben 4 ihren Wirkungskreis in Afrika und 2 in Asien. 2 weitere Projekte kommen aus Deutschland und widmen sich artgerechter Haltung oder nehmen gerettete Tiere aus der „Lebensmittelindustrie“ bei sich auf.

Was sind Ihre Ziele für die nächsten 2 Jahre?

Weinel: Wir möchten uns als echte Alternative auf dem Kleidungsmarkt etablieren. Durch den nachhaltigen Wirkungsansatz werden wir dabei kritischer beäugt als klassische Produzenten, was eigentlich irre ist. Solche Unternehmen können häufig tun und lassen, was sie wollen, ohne einen Mehrwert zu erzeugen. Daher werden wir aber noch viel Energie in eine transparente Darstellung aller Prozesse legen, sind aber da schon auf einem sehr guten Stand.

 Weinel bearbeitet

Tim Weinel (Fotograf: espero e.K)

PS. Tim Weinel ist Absolvent des Fachbereich Wirtschaft.

Das Unternehmen verwirklichte im Sommersemester 2022 interessante Projekte mit den StudentenInnen, im Modul Social Entrepreneurship.

Im Sommersemester 2022 war espero Projektpartner im Modul Social Entrepreneurship im Schwerpunkt Mittelstand & Entrepreneurship unter Leitung von Frau Professor Manuela Weller. Das Bild zeigt zeigt die Studierenden bei einer Exkursion zum Organic fashion Shop „auch schön“ in Gießen.

 auch schön bearbeitet

 Das Interview wurde von Gizem Berruh Bozkurt, FB Wirtschaft Schwerpunkt Mittelstand und Entrepreneurship, geführt.