Bild v.l.: Judy Crouch (International Admissions), Heike Siebert, Sabrina Anwar (International Student Services), Gabriele Haulmark (Study Abroad Coordinator), Prof. Dr. Benjamin Löhr
THM und Arkansas Tech University (ATU): Ausbau der Partnerschaft durch „Blended Mobilities“
Context: Die THM Business School, vertreten durch Heike Siebert und Prof. Dr. Benjamin Löhr, hat gemeinsam mit dem College of Business der Arkansas Tech University in Russellville (USA) und mit großer Unterstützung durch das International Office der THM einen Erasmus+ Förderantrag gestellt. Good News: Der Förderantrag wurde bewilligt und nun können Studierende beider Hochschulen in den Genuss eines in mehreren Hinsichten besonderen und innovativen Austauscherlebnisses kommen.
Big Picture: In dem neu entstehenden Programm geht es darum, gleich mehrere Trends in Studium und Lehre zu verbinden, Internationalisierung und interkulturelle Handlungskompetenz einerseits, nachhaltiges und digital/virtuelles Lernen andererseits:
Internationalization (at home): Studierende der THM und ATU werden erstmalig im Sommersemester 2023 gemeinsam ein englischsprachiges Modul belegen, in dem die Realität der internationalen Geschäftswelt virtuell und ortsunabhängig simuliert wird. Anschließende Kurzzeitaufenthalte der amerikanischen Studierenden und Dozenten in Gießen sowie der THM-Delegation in Russellville werden vertiefende Diskussionen, Einblicke und Erkenntnisse ermöglichen, sowohl in fachlicher als auch in überfachlicher Hinsicht. Dabei sollen primär jene Studierende gefördert werden, die eine Auslandsmobilität aufgrund erschwerender persönlicher Gründe anderweitig nicht angehen könnten. Studierende, die das Modul erfolgreich absolvieren, erwerben neben wertvollen Erfahrungen 6 ECTS für den Studienfortschritt.
Intercultural competencies: Kern des Moduls ist ein virtuelles Planspiel, bei dem über mehrere Spielrunden hinweg eine komplexe Problemstellung in multikulturellen Teams zu lösen ist. (Interessens-) Konflikte werden dabei quasi automatisch entstehen, d.h. aus der Konstellation der Verschiedenheit heraus. Diese ungewohnten Herausforderungen konstruktiv „im geschützten Raum“ zu reflektieren, zu lösen und währenddessen erfahrungsbasiert interkulturelle Handlungskompetenz zu entwickeln, steht im Fokus der nachhaltigen Lerndidaktik. Die teilnehmenden Studierenden werden vom Aufbau sog. „21st Century Skills“ zukünftig profitieren, davon sind alle Beteiligten überzeugt. Die meisten Unternehmen agieren in international vernetzten Strukturen und Wertschöpfungsketten, d.h. mit ihnen verbundene Jobs weisen grundsätzlich ein gewisses internationales Anforderungsprofil auf, selbst wenn sie lokal angesiedelt sind. Dies bedeutet, dass das souveräne, interkulturelle Agieren in unvertrauten, international vernetzten Umgebungen immer wichtiger wird, gerade in „VUCA-Zeiten“ (VUCA stehend für die Zunahme an Veränderungsdynamik, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität in der Geschäftswelt). Zudem erscheint es angesichts bestehender geopolitischer Krisenlandschaften auch gesellschaftlich essenziell, den Ausbau internationaler Vernetzung und interkultureller Verständigung im Rahmen hochschulseitig bestehender Möglichkeiten voranzubringen.
Blended Learning: Aus didaktischer Perspektive vereint das Programm das Beste aus zwei Welten: Virtuelle und ortsunabhängige Lerneinheiten mit digitalen Kollaborations-Tools (als „das Bewährte“ aus dem Studium in Pandemie-Zeiten) einerseits sowie persönlicher Austausch in Präsenz andererseits (Blended Learning). Wissenschaftlich-didaktisch begleitet wurde der Programmaufbau durch eine Masterandin der THM aus dem Studiengang MEDIAN (Hochschuldidaktik, FB MuK) mit fachlicher Vertiefung im Schwerpunkt International Management (Prof. Löhr, FB Wirtschaft). Neben den genannten interkulturellen Lernzielen stehen fachliche Themen auf dem Programm, die in Form von Fachvorträgen (u.a. zur Europäischen Wirtschaftspolitik), Exkursionen (u.a. zur Europäischen Zentralbank), Praxisvorträgen (u.a. Expatriate-Erfahrungen zur Gründung deutsch-japanischer Joint Ventures in den USA) sowie Gruppen- und Reflexionsarbeiten geplant sind.
First impressions: Heike Siebert und Benjamin Löhr waren im September bereits in Russellville und haben persönliche Kontakte zu Hochschulverteter*innen der ATU hergestellt und ausgebaut, den Programmverlauf gemeinsam ausdetailliert sowie Gastvorlesungen und Informationsveranstaltungen gehalten. Dabei haben sie den modernen und naturbetonten Campus, die beeindruckende Landschaft von Arkansas und die besondere Gastfreundschaft, Kooperation und Motivation der Menschen vor Ort kennengelernt. Zudem haben sie Studierende der THM getroffen, die aktuell ein ganzes Semester vor Ort studieren und begeistert über ihre ersten Erfahrungen berichtet haben. Auch die Studierenden der ATU waren neugierig auf das Studium in Deutschland und die Möglichkeiten einer Austauscherfahrung an der THM. Ganz im Sinne von Kafka „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“ freuen sich die Programmverantwortlichen beider Hochschulen auf ein breites Interesse all jener Studierender, die sich zusammen auf den Weg begeben wollen.