THM und ATU in Phase 2: „Internationalization@Home“ in Gießen

Die Zukunft der Arbeitswelt wird eine immer stärke Kompetenzentwicklung im Bereich der (virtuellen) Arbeit von interkulturellen Teams erfordern. Um Studierende auf diese Anforderungen vorzubereiten, findet dieses Semester erstmals das von Erasmus+ geförderte Modul „International Business Simulation (Blended)“ statt.

Nach der erfolgreichen virtuellen Phase des Projekts im April/Mai hatten die ausgewählten Studierenden des College of Business and Economic Development der Arkansas Tech University (ATU) aus den USA sowie der THM Business School in der Woche vom 15.05. bis 20.05.2023 die Gelegenheit, sich persönlich in Gießen kennenzulernen und fachlich/überfachlich weiterzuentwickeln. Die Reise der amerikanischen Studierenden begann zwar sehr turbulent mit Flugausfällen und einer verspäteten Ankunft, doch das minderte die Vorfreude auf das Zusammentreffen mit den deutschen Mitstudierenden nicht im Geringsten.

Die Gruppe, unter der Leitung der Modulverantwortlichen Prof. Dr. Benjamin Löhr und Heike Siebert, wurde zunächst herzlichst durch den THM Präsidenten Prof. Dr. Matthias Willems empfangen, der die Bedeutung der interkulturellen Kompetenzentwicklung und das hohe Potenzial der transatlantischen Hochschulpartnerschaft zum Ausdruck gebracht hat. Das facettenreiche Programm der „Gießen-Week“ umfasste eine Vielzahl an Aktivitäten, von spannenden Exkursionen bis hin zu interessanten Gastbeiträgen, welche nachstehend in der Übersicht aufgelistet sind:

  • Prof. Dr. Ahmed Elkassabgi (ATU): USA and EU/Germany in an economic and cultural comparison
  • Prof. Dr. Jens Klose (THM, FB W): Current topics in European Economic Policy
  • Fabian von Lindeiner (Europäische Zentralbank): The tasks and role of the ECB
  • Michael Schär (Leiter EU-Informationszentrum, Regierungspräsidium Gießen): European work on a municipal level
  • Deutsche Börse AG: Overview and business profile of Deutsche Börse
  • Dr. Hans-Jürgen Höne: Intercultural experiences in building a German Japanese Joint Venture in the US
  • Thomas Rühl (CEO Cursor Software AG): Perspectives on skilled labor shortage and the role of international recruitment
  • Maraike Büst (Justus-Liebig-Universität, Lab for Innovative Teaching): Virtual Learning of the Future

Neben den wertvollen akademischen Einblicken und Aktivitäten hatten die Gastgeber:innen der THM die Möglichkeit, die Schönheit und Vielfalt Deutschlands zu präsentieren. Ein Höhepunkt der Woche war der Städtetrip nach Köln, bei dem die Gruppe an Christi Himmelfahrt den Kölner Dom besichtigte und die Geschichte der Stadt kennenlernte. Eine Stadtführung im naheliegenden Marburg, ein Nachmittag in der Frankfurter City mit Abschluss in Sachsenhausen sowie eine bunte Vielfalt an Aktivitäten im heimischen Gießen haben das kulturelle Programm bei bestem Wetter abgerundet. Außerdem kam die Verkostung von hessischen Spezialitäten, wie dem „Handkäs‘ mit Musik“ nicht zu kurz, der beim amerikanischen „Erstgenuss“ – teilweise – sehr gute Resonanz erhielt. Bei diversen Abendveranstaltungen wie dem „Beats and Beer“ Event der Fachschaft Wirtschaft oder dem „Schwanenteich Open Air“ konnten die amerikanischen Gäste sich ein Bild vom Studentenleben an der THM verschaffen. Die Interaktion mit anderen Studierenden des Fachbereichs half dabei, gegenseitige Vorurteile abzubauen und unterschiedliche Erfahrungen miteinander zu teilen.

Am Ende der intensiven Woche wurde im Zuge von Präsentationen und Reflexionen deutlich, dass alle Beteiligten eine beeindruckende persönliche Weiterentwicklung vollzogen haben. Indem die Studierenden beider Länder zuvor im Zuge des virtuellen Planspiels ihre eigene Komfortzone verlassen hatten, konnten sie ihre interkulturellen Kompetenzen im realen Austausch nun miteinander weiter stärken und kulturelle Barrieren gemeinsam überwinden. „Diese gewonnenen Skills werden den Studierenden beider Hochschulen in ihren zukünftigen beruflichen und außerberuflichen Handlungsbereichen sehr stark zugutekommen, insbesondere, wenn man an die wachsende kulturelle Vielfalt in der globalen Geschäftswelt denkt“, so Heike Siebert.

Das durchweg sehr positive Feedback der Teilnehmer:innen spiegelt den Erfolg des gesamten Projekts wider: „I think this adventure was a great experience for all of us where we learned to use important skills like communication and time management whilst sticking together as an intercultural team”. Die Studierenden sammelten somit nicht nur wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse, sondern haben Freundschaften geschlossen, die sie hoffentlich über ihr Studium hinausbegleiten werden. Die THM-Studierenden blicken nach dieser erfolgreichen Zusammenarbeit nun mit viel Vorfreude auf ihre USA-Reise im September, wenn es heißt „prepare for take-off to Russellville“. Dann beginnt eine intensive Studienzeit auf dem Campus der ATU.

Foto: André Dommaschke