Exkursion zum Arbeitsgericht Gießen

Am Montag, den 17. Juni 2024, startete Prof. Dr. Carsten Zack mit seinen Studiengruppen der Vorlesungen „Arbeitsrecht“ und „Rechtliche Grundlagen der Personalarbeit“ gutgelaunt zu einer Exkursion zum Arbeitsgericht Gießen.

Auf dem Programm stand dabei der Besuch eines Gütetermins, bei dem das Gericht darauf hinwirkt, streitige Verfahren vorzeitig durch eine gütliche Einigung (z.B. Aufhebungsvertrag mit Abfindung oder sonstigem Vergleich ) zu beenden.

Nach § 54 Absatz 1 des Arbeitsgerichtsgesetzes beginnt die mündliche Verhandlung mit einer Verhandlung vor dem Vorsitzenden zum Zwecke der gütlichen Einigung der Parteien ( Güteverhandlung ), wobei dabei das gesamte Streitverhältnis mit den Parteien unter freier Würdigung der Umstände erörtert wird.

Die Studierenden hatten die Möglichkeit das in ihren Modulen Erlernte um das Kündigungsschutzverfahren, Abmahnung und Arbeitsvertrag anschaulich in den unterschiedlichsten Fallgestaltungen aus der Praxis kennenzulernen.

Der Vorsitzende Richter ergänzte mit anschaulichen Erklärungen die Sitzungsinhalte und beantwortete anschaulich Fragen der Studiengruppe zu den vielfältigen Fallgestaltungen der Sitzung und grundsätzlich zur arbeitsrechtrechtlichen Praxis.

Dieser interessante Exkursionstermin wurde absolut positiv aufgenommen, da dieser den Studierenden die einzigartige Chance eröffnete, die in der Vorlesung erlernten Grundsätze in der praktischen Umsetzung quasi live und in spannenden Fällen auch aus der unterschiedlichen Sicht der Parteien und der Einschätzung des Gerichts zu erleben. Und diese praktischen Erfahrungen wurden dabei sehr viel realitätsnäher vermittelt als in doch eher konstruierten Gerichtssendungen.

Und so sollte man es für das allgemeine Rechtsverständnis auch im Arbeitsrecht mit der Weisheit von dem Philosophen, Politologen und Soziologen Herbert Marcuse halten :
„Die Praxis steht nicht erst am Ende, sondern schon am Anfang der Theorie.“

Autor : Carsten Zack