THM und Arkansas Tech University (ATU): Erfolgreiche Teamarbeit über den Atlantik hinweg
Die Studierenden und Lehrenden der THM Business School und des College of Business der Arkansas Tech University (ATU) haben die virtuelle Phase ihrer internationalen Kooperation im Rahmen des Moduls „International Business Simulation (Blended)“ erfolgreich abgeschlossen und blicken nun mit Freude auf das erste „reale“ Zusammentreffen.
Nach einer intensiven Vorbereitungsphase zu Beginn des Sommersemesters haben die Studierenden aus Deutschland und den USA mit ihrer Zusammenarbeit in Form eines interkulturellen Planspiels losgelegt. Das Ziel besteht darin, ungewohnte Situationen möglichst schnell in gewohnte umzuwandeln und eine gemeinschaftliche interkulturelle Grundlage zur konstruktiven Lösung (über-)fachlicher Herausforderungen zu schaffen. Hierbei stellen die virtuelle Umgebung, die Kommunikation auf Englisch, die multikulturelle Diversität und das Arbeiten in unterschiedlichen Zeitzonen eine besondere Herausforderung, gleichzeitig aber auch eine besondere Attraktivität und internationale Praxisnähe dar.
Aus hochschuldidaktischer Perspektive vereint das innovative Programm das Beste aus zwei Welten: Virtuelle und ortsunabhängige Lerneinheiten mit digitalen Kollaborationstools einerseits sowie persönlicher Austausch in Präsenz anderseits. Neben der Vermittlung von fachlichen Inhalten im Themenkontext der internationalen Betriebswirtschaft ist das primäre Learning Outcome auf die interkulturelle Kompetenzentwicklung ausgerichtet. Prof. Dr. Benjamin Löhr, der gemeinsam mit Auslandskoordinatorin Heike Siebert das Modul leitet, erklärt, warum diese Schlüsselkompetenz nicht mehr wegzudenken ist: „Die Relevanz der interkulturellen Kompetenzentwicklung wird durch die heutigen Geschäftsweltrealitäten verdeutlicht, wenn man zum Beispiel an die Markterschließung im Ausland, die Zusammenarbeit mit Kolleg:innen in ausländischen Tochtergesellschaften oder die Kontaktpflege zu Geschäftspartnern im Ausland denkt. Zudem verlangt der aktuelle Fachkräftemangel in Deutschland eine effektive Integration von talentierten Mitarbeiter:innen aus dem Ausland, die unterschiedliche kulturelle Hintergründe mitbringen. Nicht nur große Unternehmen fordern diese Kompetenz ein, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen „vor der Haustür“ haben diesen Bedarf bereits deutlich zum Ausdruck gebracht.“
Das große Interesse an der Thematik spiegelte sich in der hohen Anzahl an Bewerbungen für das mit limitierten Plätzen versehene und finanziell geförderte Austauschprogramm wider. Im Rahmen des Auswahlverfahrens wurden „Studierende mit geringeren Chancen“ aufgrund von sozioökonomisch erschwerten Bedingungen fokussiert berücksichtigt. Die Förderung durch das Erasmus+ Programm trägt somit erheblich zur Chancengerechtigkeit an der THM bei und erhöht ebenfalls die Diversität der Teilnehmer:innen in Bezug auf Kriterien wie Gender-Balance und Studienfortschritt.
Das neue Modulangebot erlaubt es den Studierenden, sich auf eine Reise der individuellen Weiterentwicklung zu begeben, die weit über die fachlich wertvollen Inhalte hinausgeht. Dies kommt auch durch folgende Einschätzung von Studierenden der THM Business School zum Ausdruck: „The simulation is a great way to prepare you for the future. Not only does it broaden your horizon by getting in touch with different cultures but it challenges you in a fun way to get out of your comfort zone.“
Nach dem gelungenen Abschluss der virtuellen Phase sind nun alle Beteiligten sehr gespannt auf das Zusammentreffen, wenn die Studierenden aus den USA zu Besuch in Gießen sind. Hier erwartet sie ein facettenreiches Programm mit wissenschaftlichen und praxisnahen Vorträgen, kulturellen Events und Exkursionen, unter anderem zur Europäischen Zentralbank und Deutschen Börse nach Frankfurt, aber allem voran ihre aufgeregten deutschen Peers.
An dieser Stelle möchten die Modulverantwortlichen ein herzliches Dankeschön an Andreas Deublein und André Dommaschke richten, welche die Umsetzung des Moduls auf technisch höchstversierter Weise ermöglicht haben.