Studierende des Nachhaltigkeitsmanagements zu Besuch bei Steinproduzenten Rinn

Zwischen der Firma Rinn aus Heuchelheim und der THM Business School besteht seit langem ein intensiver Austausch. So ist Rinn beispielsweise Mitglied im Förderkreis des Fachbereichs. Seit dem Start des neuen Bachelor-Studiengangs „Betriebswirtschaft - Nachhaltigkeitsmanagement" (NAMA) ist die Kooperation noch enger geworden, da Rinn ein echter Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit ist (siehe z.B. ESG-Ranking der WirtschaftsWoche) und unsere NAMA-Studierenden viele wertvolle Einblicke in die Nachhaltigkeitspraxis von Unternehmen erhalten können.

Rinn ist ein familiengeführtes Baustoffunternehmen mit knapp 600 Mitarbeitenden an drei Standorten und einem Umsatz von über 70 Millionen Euro. Rinn produziert vor allem Beton- und Natursteine für den privaten (z.B. Terrassen) und öffentlichen (z.B. Fußgängerzonen, Bahnhöfe) Bereich.

Im Rahmen einer Exkursion zum Standort Heuchelheim konnten die Studierenden des Nachhaltigkeitsmanagements zusammen mit Studiengangsleiter Prof. Dr. Julian Conrads hautnah erleben, wo entlang der Wertschöpfungs- und Produktionsprozesse die größten Hebel zur Reduktion negativer ökologischer und sozialer Auswirkungen liegen.

Zu Beginn gab Christian Ferber, Mitglied der Geschäftsleitung, einen umfassenden Impulsvortrag, in dem deutlich wurde, dass vor allem zu Beginn des Lebenszyklus eines Steins – also bei der Rohstoffgewinnung – die größten ökologischen Auswirkungen entstehen. Dies zeigt das Einsparpotential nicht auf Primärrohstoffe, sondern auch auf Altmaterial für neue Steine zu setzen. Dieses Recycling folgt u.a. dem Prinzip des „urban mining“, bei dem bereits verwendete Baustoffe wiederverwendet werden.

Als Highlight präsentierte Christian Ferber den „Klimastein“, der 90 % weniger klimaschädlichen Zement als der Standardstein verwendet und stattdessen auf alternativen Bindemitteln basiert. Nur die Deckschicht nutz noch besonders klimaschädlichen Zement. Durch diese Innovation können 65% CO2 eingespart werden - bei gleicher Stabilität.

Ökologisch also ein großer Schritt nach vorne, aber rechnet sich dies auch ökonomisch? Diese Frage konnte Christian Ferber eindeutig positiv beantworten. In einem herausfordernden Marktumfeld könne sich Rinn mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie gut behaupten, vor allem weil öffentliche Bauträger stark auf nachhaltigere Produkte setzen und sich dadurch neue Absatzchancen ergeben. Auch die private Nachfrage nach dem Klimastein steige derzeit stark an, so Ferber, da das Klimabewusstsein deutlich gestiegen sei.

Eine Führung über das Werksgelände und durch die Produktionshallen veranschaulichte den Studierenden eindrucksvoll die Herstellungsprozesse und sensibilisierte sie für die damit verbundenen Nachhaltigkeitsherausforderungen.

Für die Studierenden des Studiengangs „Betriebswirtschaftslehre - Nachhaltigkeitsmanagement“ konnte somit die Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis hergestellt werden und wir freuen uns auf den weiteren Austausch mit Rinn und unseren anderen Praxispartnern im Laufe des Studiums.

 

 Foto: Andreas Deublein