Digital-Marketing-Live im Master DIMA

Von der Freilichtbühne bis zum Freiwilligenzentrum: Im Sommersemester 2026 haben Studierende des Masterstudiengangs Digital and International Marketing für acht Organisationen aus der Region digitale Marketingkonzepte entwickelt – und direkt umgesetzt. Am 13. und 16. Juli präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse.

Praxis heißt bei uns nicht Fallstudie aus dem Lehrbuch, sondern echter Auftraggeber, echtes Budget-Denken und echte Kennzahlen. Im Modul Social Media / Digital Marketing Project des Masterstudiengangs Digital and International Marketing (DIMA) an der THM Business School haben in diesem Sommersemester acht Studierendengruppen je ein reales Projekt übernommen: Sie entwickelten eine digitale Marketingstrategie, setzten sie im Semesterverlauf um und mussten sich am Ende an dem messen lassen, was zählt – Sichtbarkeit, Reichweite und Wirkung.

Der Anspruch war entsprechend hoch. Neben Konzept und Umsetzung gehörten zur Abschlusspräsentation immer auch die Performance-Kennzahlen des Projekts: Rankings und Zugriffe aus Google Analytics bzw. Matomo, Social-Media- und Newsletter-KPIs, bei einigen Gruppen auch SEA-Ergebnisse wie Klickrate und Kosten pro Conversion. Und – für einen Marketingstudiengang mindestens ebenso wichtig – die selbstkritische Reflexion: Was hat funktioniert, was würden wir beim nächsten Mal anders machen?

Ausdrücklich erlaubt und erwünscht war der Einsatz von KI-Werkzeugen. Verpflichtend war dafür die transparente Dokumentation: Welche Tools kamen zum Einsatz, welche Prompts und Prozesse führten zu welchen Ergebnissen – und wie belastbar waren diese am Ende wirklich? Social-Media-Beiträge sollten weiterhin von Menschen geschrieben werden, sofern nichts anderes gekennzeichnet ist.

Unsere Projekte

Wetzlarer Festspiele e.V. Vom 1. Juni bis 1. August 2026 finden die 73. Wetzlarer Festspiele statt – eine große und eine kleine Freilichtbühne mit weit über 10.000 Besucherinnen und Besuchern in einer Festspielsaison und einem Programm von Schauspiel über Konzerte bis zum Musiktheater. Die Gruppe arbeitete an der Sichtbarkeit der Website, am Einsatz von Newsletter, Social Media und SEO – und damit am direktesten aller Ziele: mehr Ticketverkäufe.

Studierende bei der Abschlusspräsentation

Naturschwimmbad Wetzlar Das beliebte Wetzlarer Freibad wurde grundlegend neu gedacht – mit einem Naturschwimmbecken an der Lahn, neuer Gastronomie und Anbindung an Park und Lahnradweg. Die Gruppe entwickelte das Online-Marketing-Konzept zur Eröffnung: Content für den Blog der Stadt Wetzlar, eine Social-Media-Strategie für Facebook, Instagram und TikTok sowie Maßnahmen in SEO, SEA und Social Ads.

 Studierende bei der Abschlusspräsentation

Die Rundmacher – Verein zur Förderung des Drechslerhandwerks Wetzlar e.V. Ein Verein, der ein jahrhundertealtes Handwerk lebendig hält und über Vorführungen und Kurse für das Drechseln begeistert. Hier ging es um eine tragfähige Social-Media-Strategie mit Redaktionsplanung und funktionierenden Workflows, um Storytelling-Formate, um eine SEO-Bewertung der bestehenden Website mit dem Ziel, das Vereinsleben und das tolle Handwerk sichtbarer zu machen und so zu fördern.

Studierende bei der Abschlusspräsentation

Wetzlarer Musikschule Lahn-Dill Rund 70 Lehrkräfte, etwa 1.500 Schülerinnen und Schüler, seit 1957 fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Region. Die Gruppe arbeitete an einem übergreifenden Digital- und Social-Media-Konzept, an klaren Kernbotschaften und einem konsistenten Kommunikationsprofil sowie an konkreten Empfehlungen für Website und zusätzliche Kanäle.

 Studierende bei der Abschlusspräsentation

Liebig-Museum und -Laboratorium, Gießen Das Original-Laboratorium von Justus Liebig gilt als Geburtsstätte der modernen Naturwissenschaft – und war nach Pandemie und Brandschaden lange geschlossen. Die Wiedereröffnung im Mai 2026 bot der Gruppe eine seltene Ausgangslage: ein Museum mit Weltruf, das sich neu in Szene setzen kann. Neben der Website standen die buchbaren Angebote und Veranstaltungen wie die Gießener Kulturnacht, der Internationale Museumstag und die „Straße der Experimente" im Fokus.

Studierende bei der Abschlusspräsentation

Chor Cantamus Gießen Rund 40 Sängerinnen und Sänger, dreimal in Folge Sieger des Hessischen Chorwettbewerbs. Die Besonderheit dieses Projekts: Die Studierenden sollten nicht nur ein Konzept liefern, sondern in einem Workshop ein Social-Media-Team aus dem Chor selbst aufbauen – Marketing, das nach Projektende weiterlebt.

 Studierende bei der Abschlusspräsentation

MädchenbüroMilena e.V., Frankfurt am Main Ein vielfach ausgezeichneter Ort für Frauen und Mädchen mit Flucht- und Migrationsgeschichte. Die Gruppe entwickelte eine digitale Gesamtstrategie, stärkte Storytelling-Formate rund um das Engagement vor Ort und prüfte zusätzliche Kanäle – ein Projekt, das kommunikatives Fingerspitzengefühl verlangte.

Studierende bei der Abschlusspräsentation

Freiwilligenzentrum Lahn-Dill e.V. Ein Vier-Personen-Team betreut rund 300 Engagement-Angebote und über 400 registrierte Freiwillige. Bislang läuft die Kommunikation im Wesentlichen über Facebook, der YouTube-Kanal blieb ungenutzt. Die Gruppe arbeitete an Kernbotschaften, Redaktionsplanung und der Frage, mit welchem realistischen Aufwand ein kleines Team dauerhaft sichtbar bleibt.

 Studierende bei der Abschlusspräsentation

Was bleibt

Insgesamt erzielten die acht Praxisprojekte mehr als 600.000 dokumentierte Aufrufe und Impressionen sowie mindestens 6.000 Likes. Der erfolgreichste einzeln ausgewiesene Social-Media-Beitrag erreichte rund 143.000 Aufrufe und mehr als 1.100 Interaktionen (Social Media Post für "die Rundmacher"). Da die beteiligten Organisationen unterschiedliche Plattformen und Auswertungszeiträume nutzten, liegt die tatsächliche Gesamtreichweite vermutlich noch deutlich höher.

Für die Studierenden war der Lerneffekt an vielen Stellen ein doppelter: Ein Konzept zu schreiben ist das eine – es mit einem ehrenamtlich getragenen Verein, begrenzten Ressourcen und gewachsenen Strukturen tatsächlich umzusetzen, das andere. Genau diese Erfahrung ist der Kern des Moduls.

Unser Dank gilt allen Partnerorganisationen und ihren Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern, die sich Zeit genommen, Material bereitgestellt und den Gruppen Zugang zu ihren Kanälen gegeben haben. 

Mein Dank gilt auch meinen Kollegen Simon Kiesel und Jan Götz. Ohne ihre fachlich hervorragende und professionelle Betreuung der Teams wären diese Ergebnisse so nicht möglich gewesen! 

 

Prof. Dr. Jan Freidank