Interkulturelles Lernen – Studierende der CESI Rouen zu Gast an der THM Business School
Am 29. Oktober durften wir an der THM Business School besonderen internationalen Besuch begrüßen: 25 Masterstudierende des Studiengangs General Management der französischen Hochschule CESI in Rouen trafen auf 25 Masterstudierende des Studiengangs Personalmanagement der THM. Ziel des eintägigen Workshops war es, den Teilnehmenden eine intensive interkulturelle Lernerfahrung zu ermöglichen – ein Raum, in dem sie sich austauschen, vernetzen und voneinander lernen konnten.
In seiner herzlichen Begrüßung betonte Prof. Dr. Benjamin Löhr, Studiendekan der THM Business School, dass die THM zwar schon seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft mit der CESI Rouen pflege, dieses Treffen jedoch das erste gemeinsame Format zwischen der CESI und der THM Business School sei – ein besonderes Ereignis, über das er sich sehr freue. Er hob hervor, dass interkulturelle Erfahrungen jene Fähigkeiten fördern, die kein Lehrbuch vermitteln kann: Zuhören, Empathie und Flexibilität.
Anschließend begann der gemeinsame Tag mit einem Workshop zu „Intercultural Communication“, geleitet von Heike Siebert, der Auslandskoordinatorin der THM Business School. Nach dem „Internationalen Coffee Klatsch“, der ein erstes Kennenlernen ermöglichte, erhielten die Studierenden Einblicke in die kulturellen Standards nach Alexander Thomas und reflektierten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Frankreich. In kleinen Gruppen diskutierten sie, wie kulturelle Werte, Kommunikationsstile und Erwartungen das tägliche Miteinander im Studium und Beruf prägen.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause, die Zeit für angeregte Gespräche und weitere Kontakte bot, widmete sich der Nachmittag dem Thema „Core People Challenges in Global Companies“. Prof. Dr. Marion Hoeren führte mit einem Impuls-Referat in die zentralen Herausforderungen des Personalmanagements in international agierenden Unternehmen ein. Anschließend diskutierten die gemischten Gruppen aus französischen und deutschen Studierenden ihre Sichtweisen auf Themen wie Mitarbeiterengagement, Diversität, Leadership und Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf Kompetenzprofile.
Ein besonderes Highlight des Nachmittags war der Programmpunkt „AI & Robotics“, gestaltet von Prof. Dr. Sven Keller und Lukas Köhlinger. In seiner Präsentation beleuchtete Sven Keller aktuelle Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz und Lukas Köhlinger lud die Studierenden zu einem Dialog mit dem humanoiden Roboter Furhead ein – wahlweise auf Französisch oder Englisch. Die Begegnung mit dem Roboter sorgte nicht nur für Staunen und Schmunzeln, sondern machte zugleich deutlich, wie eng Roboter und Menschen heute schon auf natürliche Weise miteinander interagieren können.
Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die diesen Tag ermöglicht haben. Der Dank geht auch an das International Office, das den persönlichen Kontakt zwischen Céline Delalande
Sabine Frefield (beide CESI) und Marion Hoeren hergestellt hat sowie für das leibliche Wohl während des Workshops gesorgt hat.

Der Workshop in Gießen war ein lebendiges Beispiel für europäische Zusammenarbeit im Hochschulkontext. Viele Studierende äußerten den Wunsch, den Kontakt zu ihren internationalen Kommilitoninnen und Kommilitonen fortzusetzen, sei es über Social-Media-Netzwerke oder künftige Austauschformate. Es war ein Tag voller Gespräche und gemeinsamer Entdeckungen – und vielleicht auch der Beginn neuer Freundschaften über Ländergrenzen hinweg!
Am zweiten Besuchstag der Master-Studierenden von der französischen CESI École d’Ingénieurs Rouen stand eine spannende Exkursion zum Unternehmen Ferrero in Stadtallendorf auf dem Programm. Nach einem herzlichen willkommen der Gruppe durch Lisa Müller und Pauline Gärber (People & Organization) und einer Unternehmenspräsentation, die Einblicke in Geschichte, Werte und Strategie des international tätigen Süßwarenherstellers bot, folgte eine Vorstellung des Bereichs Engineering bei der die Studierenden die Produktionsstufen Formgebung (Formen oder Gießen der Produkte, z. B. Pralinen, Riegel, Schokoladenhohlkörper) und Verpackung (Verpackungsprozess, also das Umhüllen, Etikettieren und Konfektionieren der fertigen Produkte) kennengelernt haben.

Im Anschluss wurden alle zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen – eine willkommene Gelegenheit, informelle Gespräche zu führen und erste Eindrücke zu reflektieren. Auf die Sicherheitsunterweisung und das Anziehen der Schutzkleidung, folgte als besonderer Höhepunkt der Exkursion eine Werksführung, bei der sowohl die Gastgeberinnen als auch die beiden Ingenieure die Studierenden durch einzelne Produktionsbereiche führten und die Produktionsschritte erklärten. Abschließend blieb noch Zeit für Fragen; hier haben die Master-Studierenden die Gelegenheit intensiv genutzt, um viele interessierte Fragen zu stellen. Besonderer Dank geht an unsere tollen Gastgeberinnen, Lisa Müller, selbst Absolventin des Masterstudiengangs „Personalmanagement“ an der THM Business School, und Pauline Gärber, die die Gruppe mit viel Engagement und persönlicher Note begleiteten. Zum Abschied erhielten alle Teilnehmende eine großzügige Geschenktüte voller Süßigkeiten von Ferrero.
Zum Unternehmen: Die Ferrero-Gruppe wurde 1946 in Italien gegründet und gehört heute weltweit zu den größten Herstellern süßer Genussmittel (z. B. Nutella, Kinderschokolade, Duplo, Kinder Bueno, Ferrero Rocher). In Deutschland betreibt Ferrero eine bedeutende Produktionsstätte in Stadtallendorf, die bereits seit 1956 existiert und in der mehr als 5.000 Beschäftigte tätig sind. Wir bedanken uns herzlich bei Ferrero für die offene Aufnahme und das inspirierende Programm sowie bei den Studierenden für ihr großes Interesse und ihre aktive Beteiligung.
Prof. Dr. Marion Hoeren
Fotos: Christina Brück, Andreas Deublein sowie Studierender