Akzeptanz und Eignung von Instrumenten zur Steigerung der Nutzung von Mehrweggebinden in der Außer-Haus-Gastronomie in Modellkommunen in Baden-Württemberg
Förderkennzeichen: UM2-0430.3-3048/1/2
Laufzeit: 07/2025 - 11/2026
Kurzbeschreibung
Die Mehrwegangebotspflicht nach § 33 VerpackG verpflichtet seit Januar 2023 Gastronomiebetriebe, Mehrwegverpackungen als Alternative zu Einwegverpackungen anzubieten. Trotz dieser Verpflichtung ist der Mehrweganteil nur minimal von 0,7 % auf 1,6 % gestiegen, während die Menge an Verpackungsabfällen weiter zunahm.
Viele Kommunen sind verunsichert, welche Instrumente zur Förderung der lokalen Mehrwegwirtschaft geeignet sind. Die Stadt Tübingen führte bereits 2022 eine Verpackungssteuer ein, deren Rechtmäßigkeit 2025 vom Bundesverfassungsgericht bestätigt wurde. Andere Kommunen setzen auf verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungssatzungen oder Geschirr-Verleihsysteme.
Das Forschungsprojekt "MehrWegeBW" untersucht die Wirkung kommunaler Instrumente auf die Akzeptanz von Mehrweggebinden bei drei Zielgruppen: Kommunen, Außer-Haus-Gastronomie und Verbraucher*innen in Baden-Württemberg. Dafür werden Modellkommunen in vier verschiedenen Clustern untersucht - von Kommunen mit Verpackungssteuer bis hin zu solchen ohne besondere Maßnahmen.

Forschungsfragen
Die zentralen Forschungsfragen lauten:
- Welche Wirkung haben unterschiedliche kommunale Instrumente (Verpackungssteuer, Öffentlichkeitsarbeit, Satzungen) auf die Akzeptanz von Mehrweggebinden?
- Welche Hemmnisse und Chancen sehen Gastronomiebetriebe bei der Umsetzung von Mehrwegsystemen?
- Wie beurteilen Verbraucher*innen die Sichtbarkeit und den Einfluss kommunaler Maßnahmen zur Mehrwegförderung?
- Welche Best-Practice-Ansätze können für andere Kommunen in Baden-Württemberg abgeleitet werden?
Zielsetzung
Auf Basis der übergeordneten Zielsetzung werden folgende operative Ziele verfolgt:
- Akquise und Untersuchung von Modellkommunen in vier verschiedenen Clustern bezüglich ihrer Mehrweg-Förderstrategien
- Durchführung leitfadengestützter Interviews mit kommunalen Verantwortlichen zu Strukturen, Instrumenten und Erfahrungen
- Befragung von Gastronomiebetrieben zur Akzeptanz und zu Hemmnissen bei Mehrwegsystemen
- Online-Befragung von Verbraucher*innen zur Akzeptanz und Wahrnehmung kommunaler Maßnahmen
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Kommunen und die Außer-Haus-Gastronomie
- Wissenschaftliche Publikation der Projektergebnisse
Forschungsdesign

Publikationen und Termine
19.03.2026, ab 14 Uhr: BilRess Webseminar "MehrWege BW – Instrumente zur Akzeptanz der Mehrwegwirtschaft."➡️ Anmeldung unter diesem Link
Projektbeteiligte
Projektpartner:
- Umwelt-Campus Birkenfeld, Hochschule Trier (Prof. Dr.-Ing. Susanne Hartard)
- Technische Hochschule Mittelhessen, Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen (Prof. Holger Rohn)
Projektleitung:
- Prof. Dr.-Ing. Susanne Hartard (Umwelt-Campus Birkenfeld, HS Trier)
- Prof. Dipl.-Ing. Holger Rohn (THM)
Projektmitarbeitende:
- Dipl.-Päd. Stefanie Hillesheim (THM)
- Maria Borchers, M. A. (Umwelt-Campus Birkenfeld, HS Trier)
Assoziierter Partner
- CONET Solutions GmbH (Dr. Robert Reiche)
Auftraggeber / Förderer: